Keine Zeit fürs Wesentliche?
Zu Zeiterleben und Zeitpraktiken im schulischen Vorbereitungsdienst aus autoethnografischer Perspektive
DOI:
https://doi.org/10.30820/0942-2285-2026-1-113Schlagworte:
Zeiterleben, Autoethnografie, Vorbereitungsdienst, time on task, Praxistheorie, SchuleAbstract
Der deutsche schulische Vorbereitungsdienst ist zunehmend gut erforscht, Zeiterleben und Zeitpraktiken werden in unterschiedlichen Texten allerdings unterschiedlich diskutiert: Studien der Professionalisierungsforschung legen eine spezifische pädagogische Normativität an Zeitpraktiken und Entwicklungsverläufe an. In der Ratgeber-Literatur zum Vorbereitungsdienst zeigt sich dagegen eine normative Haltung, die weitgehend allgemein auf Berufseinstiege übertragbar scheint. Eher deskriptiv argumentierende praxistheoretische Texte verweisen stärker auf die materiellen und nichtmateriellen Umstände der Ausbildung. Ausgehend von dieser Diskrepanz frage ich aus autoethnografischer Perspektive nach meinen eigenen zeitbezogenen Erfahrungen im Vorbereitungsdienst. Erfahrungen mit normbezogenen pädagogischen Herausforderungen stehen Erfahrungen mit nicht pädagogischen aber dennoch systematisch zu berücksichtigenden Herausforderungen der Ausbildung entgegen, die erstere im Alltag unterlaufen können. Dies führt zu einer metaphorischen Fassung des pädagogisch-psychologischen Konzepts von time on task für den Vorbereitungsdienst und dem Blick auf widersprüchliche Zeitregime in den verschiedenen Institutionen der Ausbildung.
Zitationsvorschlag
Grein, Matthias. 2026. „Keine Zeit fürs Wesentliche? Zu Zeiterleben Und Zeitpraktiken Im Schulischen Vorbereitungsdienst Aus Autoethnografischer Perspektive“. Journal für Psychologie 34 (1):113-31. https://doi.org/10.30820/0942-2285-2026-1-113.
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