Ungeplante Dialoge – religiöse Mission und interkulturelle Symmetrie

Autor/innen

  • Joachim Renn

Schlagworte:

Glaube, religiöse Gewissheit, interkultureller Dialog, implizites Wissen, Organisation und Milieu, Mission

Abstract

Der Beitrag identifiziert als zentrales Problem des »interkulturellen« Dialogs die Paradoxie, dass bei ernsthafter kultureller Differenz eine Kommunikation über Inkommunikables erforderlich wäre. Am Beispiel der religiösen Gewissheit wird gezeigt, dass die diskursive Auseinandersetzung zwischen religiösen Überzeugungen die religiöse Gewissheit als Kern kulturellerer Eigenheit entweder verfehlen oder auflösen muss. Denn der Modus der Gewissheit zeigt, dass die wesentliche kulturelle Differenz auf der Ebene des impliziten Wissens liegt. In einem zweiten Schritt relativiert der Beitrag die skeptischen Implikationen, die aus der Analyse der inkommunikablen Gewissheit zu folgen scheinen: Die historische Faktizität interkultureller und religiöser Austauschprozesse belegt, dass die identifizierte Kommunikations-Paradoxie auflösbar ist. Der Schlüssel zum Verständnis dieses Faktums liegt, so die weitere Analyse, im Verhältnis zwischen Organisation und performativer Kultur, d.h. religiöse und allgemein interkulturelle Dialoge profitieren von der Dialektik zwischen Organisationsmitgliedschaft und Milieuzugehörigkeit, die sich am Beispiel der Religion in der historischen Verzweigung zwischen Glaubensgemeinschaft, Kirchenorganisation und speziell missionarischer Administration entfaltet hat.

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Renn, J. (2012). Ungeplante Dialoge – religiöse Mission und interkulturelle Symmetrie. Journal für Psychologie, 17(2). Abgerufen von https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/159