Wie viel Psychologie steckt im Habitusbegriff? Pierre Bourdieu und die »verstehende Psychologie«

Autor/innen

  • Aladin El-Mafaalani
  • Stefan Wirtz

Abstract

Der Beitrag zeigt auf, dass Pierre Bourdieu mit seinem Habitusbegriff eine psychologische Gegenstandsbestimmung vornimmt, und kann entsprechend als Gegenentwurf zur Forderung, der Habitusbegriff müsse erst psychologisch fundiert werden (Zander 2010), gelesen werden. Zur Erläuterung unserer These wird zunächst das Konzept des Habitus beschrieben und im Rahmen einer ›verstehenden‹ Psychologie diskutiert und verortet. Anschließend werden Fragestellungen skizziert, mit denen sich Bourdieu kaum systematisch auseinandergesetzt hat, die allerdings psychologische Forschungen inspirieren können. Abschließend wird verdeutlicht, dass der Habitusbegriff – indem er daran erinnert, dass es überindividuelle bzw. apersonale Denk- und Handlungsmuster gibt – der »Vermittler« zwischen den gesellschaftlichen Verhältnissen und der sozialen Praxis ist. Daraus könnte ein psychologischer Beitrag zur sozialen Ungleichheitsforschung abgeleitet werden.

Downloads

Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

El-Mafaalani, A., & Wirtz, S. (2012). Wie viel Psychologie steckt im Habitusbegriff? Pierre Bourdieu und die »verstehende Psychologie«. Journal für Psychologie, 19(1). Abgerufen von https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/22