Islamophobe Weltverschwörungstheorien

Autor/innen

  • Farid Hafez

Schlagworte:

Weltverschwörung, Islamophobie, Kulturalismus, Rassismus, Antisemitismus, Muslimbruderschaft

Abstract

Ein angeblich 1991 verfasstes Dokument eines angeblichen Mitglieds der Muslimbruderschaft mit dem Titel An Explanatory Memorandum. On the General Strategic Goal for the Group in North America ist in den letzten Jahren virulent geworden. Eine Gruppe rechtsgerichteter, neokonservativer DenkerInnen verbreitet über ein gut finanziertes Think-Tank- und Mediennetzwerk islamophobe Weltverschwörungstheorien. Die Verschwörungstheorie, wonach MuslimInnen bereits das Weiße Haus unterwandert hätten (Ali et al. 2011), fußt sowohl auf »Analysen« zeitgenössischer Tagespolitik wie auch auf den Verweis des erwähnten Dokuments. Dieser Artikel beabsichtigt, empirisch anhand eines Fallbeispiels aufzuzeigen, dass Islamophobie nicht »nur« als kulturalistisch/rassistische Ausgrenzungsideologie gegen »die da unten« wirkt (wodurch sie vom Antisemitismus unterschieden wird), sondern verschwörungstheoretische Aspekte aufweist, indem das Feindbild Islam/MuslimInnen als überlegen imaginiert wird.

Autor/innen-Biografie

Farid Hafez

Mag. Dr. Farid Hafez, M.Sc. ist Politikwissenschafter und seit 2010 Herausgeber des Jahrbuchs für Islamophobieforschung (www.jahrbuch-islamophobie.de). 2010 erhielt er gemeinsam mit Prof. John Bunzl für »Islamophobie in Österreich« den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das Politische Buch des Jahres. Zuletzt erschien »From the Far Right to the Mainstream. Islamophobia, Party Politics, and the Media« (Campus 2012). Hafez lehrt an verschiedenen Universitäten in Wien.

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Hafez, Farid. 2012. „Islamophobe Weltverschwörungstheorien“. Journal für Psychologie 21 (1). https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/263.