Mobilisierung emotiver Kräfte: die Politik der Affekte

Autor/innen

  • Çağrı Kahveci

Schlagworte:

Migration, Biopolitik, Affekt, Rassismus, moral panic

Abstract

Im vorliegenden Artikel wird gezeigt, wie das Verhältnis zwischen Macht und Wissen im biopolitischen Migrationsregime sich wandelt. Nicht nur – obwohl es nach wie vor in Statistiken, Narrativen und Repräsentationen ausgiebig vorkommt – das »objektive« Wissen, sondern die aktive Mobilisierung immaterieller Kapazitäten des Körpers zum Denken, Fühlen und Verstehen rückt zunehmend in den Fokus der Macht. Die populistischen Kritiker_innen von Diversität und Multikulturalität bedienen sich emotiver Kräfte wie Liebe, moral panic, Angst und Unsicherheit, um in das öffentliche Unbewusstsein intervenieren zu können. Sie zielen auf eine gesunde und produktive Gesellschaft von verantwortlichen Bürger_innen ab, wovon die devianten und mangelhaften (muslimischen) Migrant_innen ausgegrenzt werden sollen. Obschon dieser Ansatz aufgrund seiner Leugnung von pluralen Auswahlmöglichkeiten moderner Zugehörigkeiten unrealistisch und auch undemokratisch ist, ermöglicht die Nostalgie das Wiederaufleben »nationaler« Werte und die Ausgrenzung oder die Domestizierung von Fremden.

Autor/innen-Biografie

Çağrı Kahveci

Diplom Politikwissenschaftler. Er promoviert am Institut für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Zurzeit ist er Doktorandenstipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sein lebensmittelpunkt ist Berlin.Schwerpunkte: Migration, Rassismus, soziale Ungleichheiten, Affekte.

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Kahveci, Çağrı. 2012. „Mobilisierung Emotiver Kräfte: Die Politik Der Affekte“. Journal für Psychologie 21 (1). https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/264.