Prozesstheorie am Einzelfall prüfen? Ein hermeneutisches Verfahren auf der Basis quantitativer Daten

Autor/innen

  • Martin Greisel

Schlagworte:

Psychotherapie, Prozessforschung, Veränderungsprozesse, Methodologie, Theorieprüfung, Einzelfallstudie

Abstract

Einzelfallforschung ist ein geeignetes Mittel, um zu untersuchen, wie Psychotherapie wirkt. Dazu existieren bereits viele Theorien. Diese Veränderungstheorien müssen jedoch geprüft werden. Ein rein quantitatives Design kann dies im Einzelfall aus verschiedenen Gründen eher nicht leisten. Qualitative Methoden sind grundsätzlich geeigneter. Allerdings ist die Prüfung einer Theorie ein deduktiv-nomologisches Forschungsziel, was üblicherweise als unvereinbar mit qualitativer Methodik angesehen wird. Um die Prüfung einer Theorie als deduktiv-nomologisches Forschungsziel mit qualitativer Methodik am Einzelfall rechtfertigen zu können, wird in der vorliegenden Arbeit darum eine Methodologie vorgeschlagen, welche die übliche Zuordnung auf den Kopf stellt: Eine deduktive Fragestellung wird mit Mitteln der Abduktion beantwortet. Dieser Akt der Interpretation zur Theorieprüfung wird mit einer neuen hermeneutischen Methode systematisch umgesetzt. Diese qualitative Methode bedient sich einer breiten quantitativen Datenbasis, die in diesem Paradigma induktive Funktion übernimmt.

Autor/innen-Biografie

Martin Greisel

Martin Greisel, Dipl. Psych, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Jürgen Maes, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie unter besonderer Berücksichtigung der Lernpsychologie, Department für Psychologie, Fakultät für Humanwissenschaften, Universität der Bundeswehr München, Werner-Heisenberg-Weg 39, 85577 Neubiberg. Arbeitsschwerpunkte: Psychotherapieprozessforschung, Differenzierung des Selbst, Zürcher Modell der sozialen Motivation, Schuld und Scham, Prokrastination

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Greisel, M. (2012). Prozesstheorie am Einzelfall prüfen? Ein hermeneutisches Verfahren auf der Basis quantitativer Daten. Journal für Psychologie, 23(2). Abgerufen von https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/382