Zeugnis ablegen als »DoingTestimony« – Interviewinteraktion in Zeitzeugeninterviews

Autor/innen

  • Christopher Poppe
  • Michael B. Buchholz
  • Marie-Luise Alder

Schlagworte:

Zeugenschaft, Adressatenzuschnitt, Konversationsanalyse, soziale Interaktion, qualitative Methodologie, recipient design

Abstract

Zeitzeugeninterviews gelten als Methode, um historische Erfahrung festzuhalten. Das Interview als Forschungsmethode wird in letzter Zeit für die Nichtbeachtung der Interaktion kritisiert. Die Konversationsanalyse (KA) von Interviews mit Zeitzeugen könnte hier ein interessantes Korrektiv darstellen. Sie zeigt Ähnlichkeiten von Zeitzeugeninterviews und Medieninterviews auf, in denen das Gespräch auch immer auf eine »overhearing audience« (Heritage 1985), ein nicht-anwesendes Publikum, gerichtet ist. Um sprachlich-interaktive Praktiken in Zeitzeugeninterviews darzustellen, wird auf das konversationsanalytische Konzept des »recipient design« zurückgegriffen; Äußerungen werden »zugeschnitten« auf Hörer. In die Untersuchung gingen acht Interviews aus den Jahren 2005/2006 ein. Der epistemologische Status des Zeitzeugeninterviews wird diskutiert.

Autor/innen-Biografien

Christopher Poppe

B.A., Student im M.Sc. Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Kassel

Michael B. Buchholz

Prof. Dr. phil.; Inhaber des Lehrstuhls für Sozialpsychologie der IPU (International Psychoanalytic University), Berlin

Marie-Luise Alder

M.A., wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialpsychologie der IPU

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Poppe, C., Buchholz, M. B., & Alder, M.-L. (2012). Zeugnis ablegen als »DoingTestimony« – Interviewinteraktion in Zeitzeugeninterviews. Journal für Psychologie, 23(2). Abgerufen von https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/383