Kritische Psychologie und queer-feministische Perspektiven

Autor/innen

  • Anna Sieben
  • Fiona Kalkstein

Schlagworte:

Kritische Psychologie, queer-feministische Perspektive, Geschlecht, Sexualität, Geschlechterverhältnisse

Abstract

Die Kritische Psychologie ist seit ihrer Entstehung in den 1970er Jahren Ort feministischer Auseinandersetzungen und hat zahlreiche feministische Beiträge hervorgebracht. Als produktiver Ort hat sie sich insbesondere erwiesen, wenn man sie als akademisches Umfeld für Wissenschaftler_innen betrachtet. Versteht man die Kritische Psychologie hingegen primär als »theoretischen Ort«, dessen Fundament die »Grundlegung der Psychologie« von Klaus Holzkamp bildet, so ist eine Aneignung aus aktueller queer-feministischer Perspektive nur nach gründlicher Überarbeitung der ursprünglichen Konzeptualisierung von Geschlecht und Sexualität möglich. Der vorliegende Beitrag setzt sich zunächst mit den Arbeiten von Klaus Holzkamp und Ute Holzkamp-Osterkamp auseinander. Entgegen der Erwartung an die Kritische Psychologie wird von ihnen Sexualität nur biologisch-natürlich und nicht zusätzlich gesellschaftlich-historisch gefasst – dies setzt auch der Historisierung und sozialen Kontextualisierung von Geschlecht enge Grenzen. Wie die Kritische Psychologie dennoch für queer-feministische Psychologien nutzbar gemacht werden kann, wird im zweiten Teil des Beitrags im Rückgriff auf die Annahmen zur unhintergehbaren Gesellschaftlichkeit des Menschen diskutiert.

Autor/innen-Biografien

Anna Sieben

Anna Sieben, Dr., Dipl.-Psych. MA, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Forschungsschwerpunkte sind feministische Psychologien, Geschichte der Psychologie, Kulturpsychologie, Geschlechterforschung, Elternschaft.

Fiona Kalkstein

Kalkstein, Fiona, Dipl.-Psych., hat an der FU Berlin Psychologie studiert mit dem Schwerpunkt Kritische Psychologie und feministische Psychologie, in ihrem Nebenfach Politikwissenschaften hat sie sich mit kritischer Gesellschaftstheorie, Intersektionalität und Männlichkeitsforschung befasst. Derzeit promoviert sie an der Universität Duisburg-Essen über die biographische Einschreibung von working-class- und weiblicher Sozialisation in das Selbst.

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Sieben, A., & Kalkstein, F. (2012). Kritische Psychologie und queer-feministische Perspektiven. Journal für Psychologie, 23(2). Abgerufen von https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/384