Dialog und Körpergeschichte. Dialogische Perspektiven auf »disability«

Autor/innen

  • Nora Ruck

Schlagworte:

Dialog, Körpergeschichte, grotesker Leib, monströser Körper, disability studies.

Abstract

Der vorliegende Aufsatz fragt nach der Dialogizität des Körpers. Im Speziellen wird der Nutzen einer dialogischen Perspektive für die disability studies ausgelotet. Innerhalb der Psychologie wurden dialogische Theorien vor allem im Rahmen des dialogischen Selbst rezipiert. Die Theorie des dialogischen Selbst verfügt allerdings über eine unzureichende Konzeptualisierung leiblicher Existenz. Dagegen bieten Michail Bachtins historische Analysen des mittelalterlichen »grotesken Leibs« eine vielversprechende Perspektive auf die gegenseitige Verschränktheit von Dialog und Körper, da der »groteske Leib« ein fundamental dialogischer Leib ist. Die westliche Geschichte des Körpers ist laut Bachtin eine Geschichte der zunehmenden Monologisierung und »Schließung« des Körpers und kann auch als Geschichte des »monströsen Körpers« erzählt werden. Mit Rückgriff auf gegenwärtige (feministische) disability studies geht der Aufsatz schließlich der Frage nach, was eine dialogische Perspektive für Menschen, deren Körper nicht den dominanten monologischen Körpernormen entsprechen, leisten kann. Als Antwortmöglichkeit wird die durch Dialogdenken geleistete Verschränkung eines ethischen Standpunkts mit einer theoretischen Demontierung einer ontologischen Differenz zwischen Menschen mit »gewöhnlichen« und »außergewöhnlichen Körpern« ins Treffen geführt.

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Ruck, Nora. 2012. „Dialog Und Körpergeschichte. Dialogische Perspektiven Auf »disability«“. Journal für Psychologie 17 (2). https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/157.