Zurück in den Elfenbeinturm! Psychologiestudium ohne Praxis?

Autor/innen

  • Jarg B. Bergold

Schlagworte:

Psychologieausbildung, Bachelor- und Masterstudiengänge, professionelle Interessen, praktische Ausbildung, Theorie-Praxis-Problem, Berufsorientierung

Abstract

Es wird gezeigt, dass die Chancen der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Psychologie nicht genutzt werden. Vielmehr versucht die »Deutsche Gesellschaft für Psychologie« mit dem Argument der Erhaltung der »Einheit der Psychologie« bei dieser Umstellung ihre »naturwissenschaftliche« Auffassung von Psychologie und ihre Interessen mit Hilfe von »Empfehlungen für die Einrichtung von konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengängen in Psychologie« durchzusetzen. Die Probleme der alltäglichen Praxis von Psychologen werden aus den konzipierten Studiengängen weitgehend eliminiert. Die praktisch arbeitenden Psychologen und die Studierenden werden mit der Frage der Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Praxis allein gelassen und die Erforschung und Reflexion des Theorie-Praxis-Verhältnisses fällt auf den Stand vor 40 Jahren zurück. Damit trennt sich die deutsche Ausbildung auch von der internationalen Entwicklung.Zum Abschluss werden einige Überlegungen für eine Psychologieausbildung vorgelegt, welche die Spannung auszuhalten versucht, die sich aus der Konzeption des Menschen als bio-psycho-soziale Einheit ergibt, und welche die Vermittlung von wissenschaftlicher Theorie/Empirie und Praxis als Aufgabe der universitären Forschung versteht.

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Veröffentlicht

22.02.2012

Zitationsvorschlag

Bergold, Jarg B. 2012. „Zurück in Den Elfenbeinturm! Psychologiestudium Ohne Praxis?“. Journal für Psychologie 16 (1). https://journal-fuer-psychologie.de/article/view/193.