»Egal was er auch ist, Hauptsache einer von uns«

Autor/innen

  • Dilek A. Tepeli

DOI:

https://doi.org/10.30820/0942-2285-2020-2-101

Schlagworte:

Kollektive Verletzungsverhältnisse, Alevit_innen und Sunnit_innen, Intergruppenbeziehungen, Moral und Moralisierung, Vorurteile und Stereotypen, interreligiöse Ehe, Kulturpsychologie

Abstract

Dieser Beitrag befasst sich mit den konflikthaften Begegnungen und Beziehungen zwischen Alevit_innen und Sunnit_innen, die wir als ein historisches kollektives Verletzungsverhältnis auffassen können. Dabei reichen die psychosozialen Spuren dieser Figuration bis in die Gegenwart der deutschen Einwanderungsgesellschaft und dokumentieren sich in den Identitätskonstruktionen junger alevitischer Frauen. Als Resultat der erlittenen und historisch tradierten Verletzungen durch die sunnitische Orthodoxie und aus Angst vor Anpassungszwang und Unterdrückung in einer imaginierten sunnitisch-alevitischen Intergruppenehe verschließen insbesondere alevitische Frauen bis heute über Endogamie ihre Gruppengrenze zu den als unmoralisch markierten Sunniten. Anhand einer Gruppendiskussion mit zwei jungen alevitischen Frauen, die mit der relationalen Hermeneutik ausgewertet wurde, wird diese bis in die Gegenwart anhaltende, historisch begründete Grenzziehung durch Zuschreibung mangelnder Moral gegenüber Sunnit_innen rekonstruiert. Der Beitrag bietet damit eine erweiterte, kulturpsychologische Perspektive auf die psychosoziale Funktion von Moral und moralischer Kommunikation in Intergruppenbeziehungen.

Autor/innen-Biografie

Dilek A. Tepeli

Dilek A. Tepeli, M.A. Sozialwissenschaft, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Ruhr-Universität Bochum. Forschungsschwerpunkte: Identitäts-, Intergruppen- und Habitusforschung, soziale Stigmatisierungs-, Vorurteils- und Ungleichheitsforschung, qualitative Sozialforschung.

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Veröffentlicht

10.12.2020

Zitationsvorschlag

Tepeli, D. A. (2020). »Egal was er auch ist, Hauptsache einer von uns«. Journal für Psychologie, 28(2), 101–123. https://doi.org/10.30820/0942-2285-2020-2-101

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